Familie Ertl, vlg. Ertl

Spittal/ Oberdorf

„Der Boden ist unser wichtigstes Kapital“

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© Mag. Andrea Knura

Ihre Stimme für Fam. Ertl
Familie Ertl gehört zu den Biopionieren der ersten Stunde. Bereits im Alter von 23 Jahren war Martin Ertl davon überzeugt, auf Bio umzustellen und fand bei seinem Vater die notwendige Offenheit und vertrauensvolle Unterstützung. Gemeinsam mit seiner Frau Erika und den fünf Kindern sind sie auch heute der Überzeugung, am richtigen Weg zu sein: „Es schaut unterm Strich genauso viel heraus, nur das man eben einfach mehr nachdenkt, sich kontinuierlich weiterentwickelt und mehr Arbeit investiert. Aber es lohnt sich.

© Mag. Andrea Knura

ORF Radio Kärnten Interview mit Fam. Ertl

 

Neben den 120 ha Almfläche liegen 35 ha Grünland und Äcker arrondiert um den Hof am Stadtrand von Spittal. Die insgesamt 38 Milchkühe werden in der Vegetationsperiode tagtäglich auf die angrenzenden Weideflächen getrieben und auch im Stall wird auf die artgerechte Haltung im Laufstall Wert gelegt. Was beim ersten Blick auf die Holstein-Friesian nicht ins Auge sticht, ist ihr Alter. Erreicht eine herkömmliche Kuh im Schnitt ein Alter von 4 Jahren so werden die Schwarzbunten bei den Ertls durchschnittlich 8 Jahre und älter. Hinter der Schwerpunktsetzung auf die Lebensleistung ihrer Milchkühe, auf die die Fam. Ertl seit Jahren konsequent setzt, steht kein rein wirtschaftliche Gedanke, sondern der Blick aufs Ganze und langfristiges Denken.

An erster Stelle steht für Martin Ertl die Frage: „Warum halten wir die Kuh als Haustier?“ Sie verwandelt das für uns nicht nutzbare Gras in ein qualitativ hochwertiges Lebensmittel, die Milch. Dabei geht es ihm nicht um die maximale Milchleistung innerhalb weniger Jahre, die enormen Kraftfuttermitteleinsatz von Getreide und Soja erfordert. „Die Kuh ist ein Grasfresser und sie dankt es uns mit stabiler Gesundheit, geringen Tierarztkosten und hohem Alter und das erfüllt uns mit viel Freude“ so Martin Ertl. Als Bio-Wiesenmilch-Lieferant der Kärntnermilch setzt er auf Energieeffizienz und Klimaschutz durch die Verwendung heimischer Bio-Futtermittel, Top Milchqualität durch strenge BIO AUSTRIA Richtlinien und die Verlängerung der Lebensdauer und Lebensleistung der Kühe.

Das Sinnen nach Energieeffizienz wurde Schritt für Schritt auch am Hof umgesetzt. Über die Jahre wurden ein Biomasse – Fernheizwerk realisiert, Solar- und Photovoltaikanlagen installiert, die Pflanzenkläranlage gebaut, die Regenwassernutzung bei der Wohnhaussanierung umgesetzt und beim Bau des Laufstalles das eigene Holz verwendet.

Bei den Ertls werden Sohn Paul und Tochter Karin gemeinsam den Biohof weiterführen.  Und auf die Frage, wie Martin Ertl seine Zukunft sieht, antwortet er: „Ich werde sie auf ihrem Weg mit vollem Vertrauen unterstützen und offen sein für Neues„. Das dankt er heute noch seinem eigenen Vater, wenn er an die ersten Bio-Umstellungsjahre zurückdenkt.

Im ORF Radio Kärnten ist Familie Ertl am Montag, den 1. September von 14 bis 15 Uhr zu hören. Durch das Interview führt Waltraud Jäger. Jeweils zur selben Sendezeit wird sie zwischen 1. und 5. September täglich einen der fünf Biobetriebe portraitieren. Eine abschließende Zusammenfassung auf Radio Kärnten gibt es am 6. September, nachdem sich die Finalisten auf der Klagenfurter Biofest-Bühne live präsentiert haben.

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