Bio Award Niederösterreich und Wien 2026

BIOniere gestalten Zukunft
Der Bio-Award 2026 geht an GeLa Ochsenherz

Die erste Solidarische Landwirtschaft Österreichs – GeLa Ochsenherz aus Gänserndorf – gewinnt den ersten Bio-Award für Niederösterreich und Wien. Im festlichen Ambiente des Binderstadl im Stift Klosterneuburg wurde der Bio-Award am 23. September, dem EU-Bio-Tag, überreicht.

Bio Award 2026_Finalisten_c_Eva Lechner_LK Niederösterreich

GeLa Ochsenherz – die erste Solidarische Landwirtschaft Österreichs – gewinnt den Bio-Award Niederösterreich und Wien. Mit am Bild: die beiden weiteren Finalist:innen Biohof Kurz ums Eck und GRAND FARM. Vlnr: Bernhard Kurz (Biohof Kurz ums Eck), Irena Maria Trunner (Vizepräsidentin LK Wien), Julia Kurz (Biohof Kurz ums Eck), Andrea Wagner (Vizepräsidentin LK Niederösterreich), Walter Klingenbrunner (Obmann BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien), Susanna Kohlweiss-Czerny (GeLa Ochsenherz), Alexander Bernhuber (Mitglied im Europäischen Parlament in Vertretung von LH Johanna Mikl-Leitner), Hannah Grevis und Christoph Schabetsberger (GeLa Ochsenherz), Alfred Grand und Lisi Gussmagg-Pfliegl (GRAND FARM), Barbara Riegler (Obfrau BIO AUSTRIA)

BIOniere gestalten Zukunft

Unter dem Motto „BIOniere gestalten Zukunft“ zeichnet der Bio-Award 2026 Biobäuerinnen und Biobauern aus, die Mut beweisen, neue Wege gehen und ihre Höfe zukunftsfit gestalten.
Nach einem öffentlichen Bewerbungsaufruf wurden von einer Fachjury drei herausragende Betriebe ausgewählt. In einem mehrwöchigen Online-Publikumsvoting konnte GeLa Ochsenherz die meisten Stimmen gewinnen. Am EU Bio-Tag, dem 23. September, wurde der Bio-Award im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung im Binderstadl des Stiftes Klosterneuburg verliehen.

Moderatorin Birgit Perl, ORF NÖ, führte gekonnt durch das Programm: Neben den spannenden Vorstellungen der drei Finalist:innen kamen auch wichtige Stakeholder und Partner:innen des Bio-Awards bei einem „Speedtalk“ zu Wort.

Walter Klingenbrunner, Obmann von BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien freut sich über das rege Interesse und die damit verbundene Wertschätzung für die Biobäuerinnen und Biobauern: Rund 5.200 Stimmen wurden im Votingzeitraum für die drei Finalist:innen abgegeben. „Die drei Biohöfe repräsentieren mit ihrer Vielfalt den Biolandbau in Niederösterreich und Wien, sie stehen beispielhaft für die hohe Innovationskraft der Bio-Betriebe: Vom Kompostierstall mit muttergebundener Kälberaufzucht und ausschließlicher Verpackung in Pfandgläsern am Biohof Kurz ums Eck aus Hürm über den Forschungs- und Demonstrationsbauernhof GRAND FARM in Absdorf mit Agroforst, Marktgärtnerei und der Herstellung von Regenwurmkompost bis hin zur Solidarischen Landwirtschaft GeLa Ochsenherz mit ihrer außergewöhnlichen Gemüsevielfalt! Biobäuerinnen und Biobauern sind kreativ und gestalten zukunftsweisend – oftmals wird hier schon an Lösungen gearbeitet, die Andere noch nicht als Problem wahrgenommen haben.“, ist Walter Klingenbrunner überzeugt.

GeLa Ochsenherz im Portrait

Ernte ‚teilen‘ statt ‚einkaufen‘

GeLa Ochsenherz wurde 2011 aus einem bestehenden Bio-Gärtnerhof in Gänserndorf gegründet. Als BIOnierin der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft (CSA – Community Supported Agriculture) versorgt der Biobetrieb heute mehr als 300 Haushalte in Wien und Umgebung wöchentlich mit frischem Gemüse, Erdäpfeln, Kräuter und Obst aus eigenem Anbau. Namensgeberin für den Betrieb ist die Karottensorte Ochsenherz, die sinnbildlich für die Idee von GeLa Ochsenherz steht: Landwirtschaft, die von Gemeinschaft, Verbundenheit und gegenseitiger Verantwortung getragen wird.

Der größte Unterschied einer Solidarischen Landwirtschaft zu einem herkömmlichen Bauernhof: die Mitglieder bei GeLa Ochsenherz sind keine klassischen Kund:innen. Durch ihre Mitgliedschaft sichern sie die finanzielle Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion und ermöglichen faire Gehälter für die Mitarbeitenden. Sie leisten einen monatlichen, an ihre finanziellen Verhältnisse angepassten Beitrag und erhalten im Gegenzug einen Anteil an der wöchentlichen Ernte.

Vielfalt, Vielfalt, Vielfalt!

Die Jury zeigte sich von der außergewöhnlichen Vielfalt bei GeLa Ochsenherz beeindruckt: Am Betrieb werden aktuell 508 verschiedene Gemüse-Sorten für den eigenen Anbau und die Jungpflanzenproduktion kultiviert. Auf den Feldern wachsen heuer 110 verschiedene Gemüse- und Kräuterarten, wodurch die „Ernteteiler:innen“ ganzjährig mit einer großen Vielfalt an Lebensmitteln versorgt werden. Überzeugt hat die Jury auch das seit mittlerweile 15 Jahren erfolgreich gelebte Modell der Solidarischen Landwirtschaft. Durch die aktive Einbindung der Konsument:innen in den Betrieb wird das Bewusstsein für die Erzeugung und den Wert von Bio-Lebensmitteln nachhaltig gefördert.

„Wir freuen uns sehr, dass GeLa Ochsenherz mit dem Bio-Award ausgezeichnet wurde! Besonderer Dank geht an unsere Mitglieder-Gemeinschaft, die uns beim Voting unterstützt hat und damit verdeutlicht, wie wertvoll und befruchtend ein Zusammenschluss von Konsument:innen und Produzierenden ist. Wir hoffen, mit dem Bio-Award ein Zeichen setzen zu können für eine vielfältige, gemeinschaftsgetragene Zukunft der biologischen Landwirtschaft.“, so Christoph Schabetsberger im Namen der GeLa Ochsenherz.

GeLa Ochsenherz – die erste Solidarische Landwirtschaft Österreichs – gewinnt den Bio-Award Niederösterreich und Wien. Vlnr: Barbara Riegler (Obfrau BIO AUSTRIA), Susanna Kohlweiss-Czerny, Christoph Schabetsberger und Hannah Grevis (GeLa Ochsenherz), Walter Klingenbrunner (Obmann BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien), Philipp Reisinger (Geschäftsführer BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien)

Die Finalist:innen 2026 im Portrait

Nach einem öffentlichen Bewerbungsaufruf wählte eine Fachjury drei herausragende Betriebe für das Finale aus.

Das Resümee der Fachjury

Zusammenfassend zeigte sich die Jury äußerst beeindruckt: Die eingereichten Betriebe zeichnen sich allesamt durch ein hohes Maß an Innovationskraft aus – vom Quereinsteiger bis zum traditionsreichen Familienbetrieb. Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel werden auf vielfältige Weise umgesetzt, sei es bei der Arten- und Sortenauswahl, im Wassermanagement, bei der Revitalisierung von Landwirtschaften und Almen sowie in zahlreichen anderen Bereichen. Besonders hervorgehoben wurde bei den drei Finalisten-Betrieben die „extreme“ Konsequenz in ihrer Arbeit – ganz nach dem Motto des Bio-Awards: „BIOniere gestalten Zukunft„!

In Kooperation mit den Medienpartnern ORF Niederösterreich und Biorama wurden die drei Finalist:innen ausführlich vorgestellt. Von 24. August bis 20. September 2026 konnte täglich für die Betriebe abgestimmt werden.

[shariff]